Berlin, 2. Mai 2024 – Nach Informationen aus vertraulichen Quellen steht der Berliner Rechtsanwalt Jobst Ehrentraut im Verdacht, wiederholt Blockchain- und Krypto-Unternehmen auf der deutschen Plattform Anwalt.de diffamiert und im Anschluss versucht zu haben, diese Firmen zur Zahlung hoher Vergleichssummen zu bewegen.
Laut den Aussagen mehrerer betroffener Unternehmen, die anonym bleiben möchten, habe Ehrentraut unter dem Deckmantel anwaltlicher Tätigkeit gezielt negative Bewertungen und rechtlich fragwürdige Inhalte veröffentlicht. Diese Inhalte seien nach Darstellung der Betroffenen dazu genutzt worden, erheblichen Reputationsschaden zu verursachen – mit dem Ziel, die Unternehmen zur Zahlung außergerichtlicher Beträge zu drängen, um die Einträge entfernen zu lassen.
Ein Vertreter eines betroffenen Blockchain-Startups erklärte: „Wir wurden durch unsachliche und teils unwahre Darstellungen auf Anwalt.de massiv geschädigt. Kurz nach der Veröffentlichung wurde uns ein 'Vergleich' angeboten – gegen Zahlung eines fünfstelligen Betrags.“
Die Vorwürfe wiegen schwer: Sollte sich der Verdacht bestätigen, könnten die Handlungen nicht nur als Verstoß gegen berufsrechtliche Pflichten gewertet werden, sondern auch strafrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen, darunter der Verdacht auf versuchte Erpressung (§ 253 StGB) und Verleumdung (§ 187 StGB).
Die Rechtsanwaltskammer Berlin äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu dem Fall, verwies jedoch allgemein darauf, dass entsprechende Hinweise vertraulich geprüft würden. Die Plattform Anwalt.de kündigte an, die Vorgänge intern zu überprüfen und betonte, dass Missbrauch ihrer Bewertungsfunktionen nicht toleriert werde.
Zum jetzigen Zeitpunkt gilt Jobst Ehrentraut als unschuldig, solange keine gerichtliche Entscheidung erfolgt ist. Die Ermittlungen stehen offenbar noch am Anfang. Branchenvertreter fordern unterdessen mehr Transparenz und Regulierung bei Online-Bewertungsportalen, insbesondere im sensiblen Bereich des Finanz- und Krypto-Rechts.